Der Bergfried
Der Bergfried ist ein Ort mit langer Geschichte – und ein Ort, der seinen Besuchern und Besucherinnen Geschichten erzählt.
Die Passauer Altstadt mit ihren Bewohnenden und Besuchenden, die Universität, die Passau jung hält, die pulsierenden Einkaufsstraßen: all das ist nur einen Steinwurf vom Bergfried entfernt. Und doch ist man hier, hoch über den Dächern von Passau, umgeben von Ruhe und dem Duft benachbarter Wiesen und Waldstücke. Die Idylle eines uralten Apfelgartens gleich
unter der Bergfried-Kapelle steht symbolisch für eine gewachsene Symbiose aus Kultur und Natur, die so typisch für diesen
Ort ist. Ganz offensichtlich sind aber auch die Spuren von Brand und Zerstörung, die ein Feuer im Herbst 2023 angerichtet hat. Der ehemalige Hofcharakter mit Wohngebäuden, Stall und Stadel ist nur noch zu erahnen. Doch hat der Brand die profanierte Kapelle verschont. Sie steht nach wie vor als Zeichen einer Spiritualität, der Menschen hier seit Generationen nachspüren. Sie ist das pulsierende Herz des Bergfrieds auch und gerade nach dem Brand. Die Nähe und zugleich Ferne zur Stadt, diese Weltverbundenheit in der kulturellenUmarmung von Ländern und Künsten in einem friedlichen Weltwinkel, das macht denBergfried aus. Der Bergfried ist nicht nur ein Ort mit langer Geschichte, sondern auch ein Ort mit Zukunft, getragen von der Vision, Lebensraum und ein kulturelles Zentrum in den Armen der Natur zu schaffen



Geschichte des Bergfrieds
- Der Besitz hatte wahrscheinlich schon im 13. Jh. bestanden, denn die sog. 13 Freigüter, welche auf ein Rodungsunternehmen auf den Hängen über der Donau im 13. Jh. zurückgehen, hatten noch im 18. Jh. Abgaben an dem sog. Landrichterhof zu entrichten.
- 1582 wird der Ort erstmals urkundlich als „Maierhof beim Oberhaus“ im Besitz des Passauer Fürstbischofs erwähnt.
- 1707 wird der Maierhof erstmals „Landrichterhof“ genannt
- 1784 wird der „Landrichterhof“ vom Fürstbischof Joseph Franz Anton Graf von Auersperg (1783- 1795) verkauft und ist von da an in privaten Händen und wird als landwirtschaftliches Gut geführt.
- 1896 erwirbt der Zivilingenieur Sebastian Müller den Landrichterhof und initiiert an diesem Ort ein Stahlbad, welches er Bergfried nennt. Die Weiher des Anwesens waren angeblich eisenhaltig.
- Nach dem Tod von Müller 1907 wurde das Bad noch bis zum Weltkrieg von dem Ottobeurer Apothekersohn Sebastian Beck weiter betrieben, welcher es im September 1917 an das Ehepaar Leeb verkaufte.
- 1918 kauft die Abtei Schweiklberg das Anwesen als Studienheim Bergfried für die Zöglinge von Schweiklberg, die die „Oberstufe“ im Passauer Leopoldinum besuchten und danach in der Abtei eintraten.
- 1936 Bau der Christkönigskirche und des Hauses Anselm. Das Studienheim heißt nun „Christkönigskolleg Bergfried“.
- 1954 Aufstockung des Hauses St. Benedikt
- 1996 wird das Christkönigskolleg zu einem Haus für kontemplative Exerzitien umgewidmet.
- 2006 wird dieses Haus geschlossen
- Bergfried wird von Unternehmer Heinz Hermann Thiele gekauft
- 2021 Bergfried wird wiederbelebt mit Kunst und Kultur